Eigentlich schätzt man an Prepaid-Tarifen die volle Kostenkontrolle und die Ungebundenheit. Doch immer wieder erleben Nutzer eine böse Überraschung: Das Handy bucht sich nicht mehr ins Netz ein, die SIM-Karte wurde vom Anbieter deaktiviert. Darf der Provider das einfach so? Und wie rettet man sein restliches Guthaben? Unser Ratgeber klärt auf.
Warum kündigen Anbieter überhaupt?
Es klingt paradox: Warum sollte ein Unternehmen einen Kunden kündigen, der kein Geld kostet? Die Antwort liegt in der Verwaltung. Jede aktive SIM-Karte belegt eine Rufnummer und verursacht Verwaltungskosten in den Systemen. Wenn eine Karte über Monate oder Jahre nicht genutzt oder aufgeladen wird, stuft der Anbieter sie als „Karteileiche“ ein.
In den meisten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) behalten sich die Provider vor, das Vertragsverhältnis zu beenden, wenn innerhalb eines Zeitraums von meist 12 bis 15 Monaten keine Aufladung erfolgt ist.
Ist die Kündigung rechtens?
Ja, grundsätzlich dürfen Mobilfunkanbieter Prepaid-Verträge kündigen, genau wie Kunden dies auch tun können. Allerdings müssen dabei Fristen eingehalten werden. Meistens kündigt der Anbieter den Vertrag mit einer Frist von einem Monat.
Wichtig: Der Anbieter muss Sie über die bevorstehende Deaktivierung informieren (meist per SMS oder E-Mail). Wer seine Prepaid-Karte nur in einem Notfall-Handy im Handschuhfach aufbewahrt, übersieht diese Warnung jedoch leicht.
Erste Hilfe: Was Sie jetzt tun können
1. Reaktivierung versuchen
Ist die Karte erst seit wenigen Tagen deaktiviert, hilft oft ein Anruf beim Kundenservice. Manchmal lässt sich die Karte aus Kulanz reaktivieren, sofern die Rufnummer noch nicht neu vergeben wurde. Meist ist dies jedoch an eine sofortige Aufladung geknüpft.
2. Guthaben auszahlen lassen
Das ist Ihr wichtigstes Recht: Prepaid-Guthaben darf nicht verfallen. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig (Az. 2 U 25/02) und weitere Bestätigungen durch den Bundesgerichtshof besagen, dass eingezahltes Geld zeitlich unbegrenzt dem Kunden gehört.
- Kontaktieren Sie den Anbieter und fordern Sie die Auszahlung des Restguthabens auf Ihr Bankkonto.
- Viele Anbieter stellen hierfür spezielle Formulare auf ihrer Website bereit.
- Beachten Sie: Nur selbst aufgeladenes Guthaben muss ausgezahlt werden. Geschenktes Startguthaben oder Bonus-Guthaben aus Werbeaktionen verfällt meist rechtmäßig.
3. Rufnummer sichern mitnehmen (Portierung)
Möchten Sie Ihre Nummer behalten, können Sie diese auch nach einer Kündigung noch zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Das Zeitfenster hierfür beträgt in der Regel 90 Tage nach der Deaktivierung. Stellen Sie beim neuen Anbieter einen Antrag auf Rufnummernmitnahme. Seit Ende 2021 ist die Portierung der Rufnummer übrigens kostenlos.
Wenn es schnell gehen muss und man nicht unbedingt Zeit hat, einen guten Anbieter zu suchen, kann man auch eine Zwischenportierung nutzen. Dabei wird die Rufnummer in einen günstige Tarif (im besten Fall ohne Anschlusspreis und ohne monatliche Grundgebühr) mitgenommen und dann hat man Zeit, einen richtigen Handyvertrag mit passenden Konditionen zu suchen.
Ein guter Anbieter für eine Zwischenporierung ist beispielsweise die Vodafone Callya Freikarte. Diese hat keinen Kaufpreis, keine Vertragslaufzeit und im Callya Classic Tarif auch keine monatlichen Kosten. Man kann die Simkarte also komplett kostenfrei bestellen und die Rufnummer dorthin wechseln. Wer die alte Rufnummer mitbringt, bekommt sogar 10 Euro Startguthaben. Das reicht um eine kleinere Flatrate zu buchen und so auch eine Monat den Tarif nutzen zu können.
Callya Classic
Grundgeb.
(0.00€ Kaufpreis)
SMS: 9.0 Cent
Internet:

1 Monat
Callya Allnet Flat S
Grundgeb.
(0.00€ Kaufpreis)
SMS: SMS-Flat
Internet: Flat (30GB 300Mbit/s)

1 Mon.
Callya Allnet Flat L
Grundgeb.
(9.95€ Kaufpreis)
SMS: SMS-Flat
Internet: Flat (60GB 300Mbit/s)

1 Monat
Ein ähnliches Modell gibt es auch bei O2. Die O2 Freikarte hat ebenfalls keinen Kaufpreis, keine Versandkosten und auch keine Vertragslaufzeit. Auch diese Simkarte ist komplett kostenlos. Wer also lieber O2 Netz hätte, kann die Sim von o2 nutzen und zahlt ebenfalls erstmal nichts. Allerdings gibt es bei der O2 Freikarte leider kein extra Guthaben, wenn man die Rufnummer mitbringt.
So beugen Sie der Deaktivierung vor
Damit es gar nicht erst so weit kommt, helfen einfache Tricks:
- Termin setzen: Markieren Sie sich im Kalender alle 12 Monate eine Mindestaufladung (oft reichen schon 5 Euro).
- Dauerauftrag: Manche Banken bieten an, Prepaid-Karten automatisch in festen Intervallen aufzuladen.
- Test-Anruf: Tätigen Sie alle paar Monate ein kurzes Telefonat oder schicken Sie eine SMS, um Aktivität im System zu zeigen.
Eine Kündigung ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Wer schnell reagiert, kann zumindest seine Rufnummer retten – und sein Geld bekommt man in jedem Fall zurück.
Günstige Anbieter ohne Deaktivierung
Wer zukünftig keine Probleme mit dekaktivieren und gekündigten Sim-Karten möchte, sollte zu Laufzeittarife greifen. Diese gibt es mittlerweile auch mit sehr günstigen Flatrates und ohne lange Laufzeit.
Der günstigste Tarif von sim.de (Stand Januar 2026 oft schon ab ca. 4,99 Euro mtl.) richtet sich an preisbewusste Nutzer, die Wert auf maximale Kostenkontrolle und solide Grundleistungen legen. Ein wesentlicher Vorteil ist die enthaltene Allnet-Flat, mit der Telefonate und SMS in alle deutschen Netze bereits abgegolten sind. Trotz des geringen Preises ist der Tarif 5G-fähig, was im modernen 1&1-Netzverbund für stabile Verbindungen und geringe Latenzzeiten sorgt. Ein besonderes Highlight für Gelegenheitsnutzer ist die Flexibilität: Der Tarif ist häufig ohne lange Vertragslaufzeit monatlich kündbar erhältlich. Zudem ist das EU-Roaming inklusive, sodass man auch im Urlaub ohne Aufpreis surfen und telefonieren kann. Dank der kostenlosen Rufnummernmitnahme fällt der Wechsel zudem besonders leicht. Insgesamt bietet sim.de damit ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für alle, die ein zuverlässiges Basispaket ohne unnötigen Schnickschnack suchen.
Der günstigste Tarif von SIMon mobile zeichnet sich vor allem durch sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für preisbewusste Smartphone-Nutzer aus. Ein entscheidender Vorteil ist die hohe Netzqualität im Vodafone-Netz, die selbst im Basis-Tarif eine zuverlässige LTE- und 5G-Anbindung garantiert. Das Angebot ist bewusst minimalistisch und transparent gehalten: Nutzer erhalten eine Allnet-Flat für Telefonie und SMS sowie ein großzügiges Datenvolumen, das für alltägliche Anwendungen wie Messenger, Social Media und Musik-Streaming völlig ausreicht.
Auch hier: Besonders attraktiv ist die enorme Flexibilität, da der Tarif monatlich kündbar ist und somit kein langfristiges Risiko darstellt. Zudem punktet SIMon mobile mit einer kundenfreundlichen App-Steuerung und der Option, das Datenvolumen bei Bedarf unkompliziert zu pausieren. Wer seine Rufnummer von einem anderen Anbieter mitbringt, profitiert oft von dauerhaft vergünstigten Grundgebühren. Damit bietet SIMon mobile eine ideale Lösung für alle, die Markenqualität suchen, ohne dafür einen hohen monatlichen Fixpreis zahlen zu wollen.

Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
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