Spenden, ausgeben oder auszahlen – was tun mit ungenutzem Prepaid-Guthaben? – alle, die schon mal eine Prepaid Karte benutzt haben, waren sicherlich auf das Problem gestoßen, dass das verbleibende Guthaben entweder auf sehr langwierige Weise ausgezahlt wurde – in der Regel muss man eine Fülle an Dokumente in amtlicher Sprache verfassen – oder einfach verloren gegangen ist, da keine Rückzahlungsoption bestand. Für die Betroffenen und andere, die sich aktuell für einen Prepaid Tarif interessieren, wird im folgenden Artikel von anderen Möglichkeiten berichtet, mit welchen man das Guthaben verbrauchen kann, ohne dabei viel Geld zu verlieren.
Fonic – Guthaben Auszahlung in jedem Quartal möglich
In der Regel bekommt der Nutzer einer Prepaid Karte das Geld von dem Guthaben erst dann zurück, wenn man den entsprechenden Tarif gekündigt hat. Bei dem Anbieter Fonic besteht jedoch die Möglichkeit die ersparte Summe auch dann zu erhalten, während der Vertrag noch läuft. Leider ist das auch der einzige Anbieter, der diese Option bereitstellt. Alle anderen Anbieter zahlen demzufolge nur bei Einreichung des speziellen Formulars. Diesen muss man entweder von Hand schreiben oder dieser wird von dem Anbieter bereitgestellt. So hat zum Beispiel Telekom ein vorgefertigtes Formular, den man entweder als PDF Datei oder direkt auf der Webseite ausfüllen kann. Die ist dann auch gleichzeitig die Kündigung des Prepaid Vertrages. Vergleichbare Vorgehensweisen findet man beispielsweise auch bei Vodafone Callya, Congstar, ALDI und bei fast allen anderen Prepaid Anbietern auf dem deutschen Markt.
Immer möglich: Sim kündigen und Guthaben auszahlen lassen
Um Prepaid-Guthaben auszahlen zu lassen, wird zunächst der Kundenservice des Mobilfunkanbieters kontaktiert. Dies ist telefonisch, per E-Mail oder über das Online-Kundenportal möglich. Bei der Kontaktaufnahme sind Name, Kundennummer, die gewünschte Auszahlungssumme sowie ein Identitätsnachweis (z. B. Personalausweis oder Reisepass) anzugeben. Der Kundenservice teilt anschließend den genauen Ablauf mit.
In der Regel stehen folgende Auszahlungswege zur Auswahl:
- Überweisung auf das Bankkonto: Die häufigste Methode, wofür die Angabe der Bankverbindung erforderlich ist.
- Barzahlung in einer Filiale: Ermöglicht die Barauszahlung vor Ort bei persönlicher Vorsprache in einer Filiale des Anbieters.
- Auszahlung auf ein PayPal-Konto: Sofern vorhanden, kann das Guthaben auch auf ein PayPal-Konto transferiert werden.
Die Bearbeitungsdauer variiert je nach Mobilfunkanbieter, erfolgt meist aber innerhalb weniger Tage.
Allgemeiner Ablauf für die Auszahlung:
- Kundenservice des Mobilfunkanbieters kontaktieren.
- Name, Kundennummer und gewünschte Auszahlungssumme angeben.
- Identitätsnachweis erbringen.
- Anweisungen des Kundenservices befolgen.
Wichtige Hinweise:
- Rechtzeitige Beantragung: Soll das Guthaben vor Vertragsende ausgezahlt werden, muss der Antrag spätestens 3 Monate vor Ablauf eingereicht werden.
- Nachweis aufbewahren: Die Bestätigung der Auszahlung sollte für eventuelle Rückfragen aufbewahrt werden.
Der Anbieter darf mittlerweile keine Gebühren für die Auszahlung mehr verlangen. Auch ein Pfand für die Simkarte ist nicht mehr zulässig. Einige Prepaid Anbieter sind aber dazu über gegangen, Guthaben nur auszuzahlen, wenn der Inhaber identifiziert ist. Prepaid Sim mit Fantasienamen sollte man daher vorher umschreiben, wenn der Anbieter in diesem Bereich Probleme macht.
Geld spenden
Wer vor allem nicht nur sein Guthaben schnell verbrauchen, sondern dabei gute und altruistische Zwecke erfüllen will, kann das Geld an verschiedene Hilfsorganisationen spenden. Dies ist bei allen Anbietern im Prepaid Vergleich möglich. Es bieten sich zum Beispiel „Caritas“, „Aktion Deutschland hilft“ oder „Vergissaidsnicht“, wobei man auch selbstverständlich andere Organisation dafür aussuchen und diesen helfen kann. So geht das:
- Spenden an CARITAS: SMS mit CARITAS an die 81190 (5 Euro Kosten pro SMS; 4,83 Euro gehen direkt an die Organisation)
- Spenden an Aktion Deutschland hilft: SMS mit adh10 an die 81190 (10 Euro Kosten pro SMS; davon gehen 9,83 Euro direkt an die Organisation)
- Spenden an Vergissaidsnicht: SMS mit Text AIDS an die 83033 (1.99 Euro Kosten pro SMS; davon geht 1 Euro an die Organisation)
Um an die Ukraine per SMS zu spenden, kannst du folgenden Text an die entsprechende Nummer senden:
- 10 Euro: SMS mit dem Text ADH10 an die 81190 senden. (9,83 Euro gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft)
- 5 Euro: SMS mit dem Text ADH an die 81190 senden. (4,83 Euro gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft)
Bei den beschriebenen Optionen müssen die Interessenten beachten, dass Premium-Nummern als Voraussetzung für Spende aktiviert werden müssen.
Guthaben in andere Zahlungsmittel umwandeln
UPDATE Leider haben die meisten Dienste dieser Art den Betrieb eingestellt. Man kann also mit dieser Möglichkeit nur noch mit sehr viel Glück Guthaben umwandeln.
Inzwischen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit welchen man das restliche Guthaben in andere Zahlungsmitteln umwandeln kann. Die vielleicht populärste und gängigste Methode lässt sich mit „Easy-Safer“-Dienst ausführen. Damit man diesen auch nutzen kann, wird man sich da anmelden und einen Account zulegen müssen, den man im Weiteren aufladen kann. Folgendes schreibt das Unternehmen zu unterschiedlichen Aufladungsmöglichkeiten:
0900 Aufladung Bei den 0900-Nummern mit Sekunden-Taktung bekommst Du pro Sekunde 0,016 € als Guthaben. Beispiel: In 11 Minuten bekommst Du 10,56 € gutgeschrieben. Du kannst pro Rufnummer maximal 2x 60 Minuten anrufen / Woche. Danach wird automatisch aufgelegt. WICHTIG: Bitte führe nach der Aufladung ein Reload der Seite durch, damit Dein Guthaben aktualisiert wird.
01806 Aufladung Du hast die Möglichkeit über die 01806-Servicenummer Dein easysafer-Account auf zu laden. Du bekommst pro Anruf 0,08 €alsGuthaben. Das Limit beträgt bei der 01806-Servicenummer bei 2000 Anrufen pro Rufnummer die Woche.WICHTIG: Bitte führe nach der Aufladung ein Reload der easysafer-Website durch, damit Dein Guthaben aktualisiert wird. Ein Anruf kostet0,60€ aus dem Mobilfunk und 0,20€ aus dem Festnetz.
Hat man die Aufladung durchgeführt besteht dann die Möglichkeit das Geld in verschiedene Cryptowährungen, Gutscheine oder andere für den Kunden passende Zahlungsmitteln umzuwandeln.
Musik downloaden
Wem diese Methode zu kompliziert erscheint, kann auch eine andere und einfachere Möglichkeit finden, das Guthaben zu verbrauchen. So kann man zum Beispiel unterschiedliche Dienste nutzen um Musik auf das Handy herunterzuladen. Dafür eignet sich – unter vielen anderen – die Webseite Qobuz, die einen großen Angebot an Musik anbietet. Worauf man allerdings achten sollte, ist dass man die Lieder oder Alben einzeln kauft, ohne dabei ein Abo abzuschließen. Selbstverständlich kann man auch die Musik in den Music-Stores von Apple und Android per Handyauszahlung erwerben. Einen ähnlichen Vorgang kann man auch bei dem Kauf von Klingeltönen anwenden. Dafür eignet sich die Webseite Jamba, mit welcher man auch unterschiedliche Ringtones auswählen kann. Auch hier sollten die Interessenten darauf achten, dass sie kein Abo abschließen, wenn sie zusätzliche und unerwünschte Zahlungen vermeiden wollen. Mittlerweile findet man solche Töne allerdings eher über die jeweiligen App-Stores

Ich schreibe bereits seit 2006 rund um die Themen Prepaid, Mobilfunk und Kommunikation und begleite die Entwicklungen auf dem Markt seit dieser Zeit intensiv und durchaus auch kritisch. Das Internet hat in diesem Segment viel verändert und ist zu einer wichtigen Informationsquellen geworden, die vielfach die Mobilfunk-Fachgeschäfte abgelöst hat. Sollte es Fragen oder Anmerkungen zum Artikel geben – gerne in den Kommentaren oder auch direkt in den soazialen Netzwerken. Mehr zu mir: Wer schreibt hier?
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